DHA, Bd. 2, S.         
 
5 Ein Bild! Ein Bild! Mein Pferd für'n gutes Bild!
  Womit ich dich vergleiche, Schöne, Feine,
  Dich Unvergleichliche, dich Gute, Reine,
  Die mir das Herz mit heitrer Lust erfüllt!
   
  Vergebens siehst du mich nach Bildern schweifen,
10 Und siehst mich mit Gefühl und Reimen ringen, --
  Und, ach! du lächelst gar ob meiner Qual!
   
  Doch lächle nur! Denn wenn du lächelst, greifen
  Gandarven nach der Zither, und sie singen
  Dort oben in dem goldnen Sonnensaal. 
  SIVKatharina. 
  H2JI. 
  Ein schöner Stern geht auf in meiner Nacht,
  Ein Stern, der süßen Trost herniederlacht
  Und neues Leben mir verspricht --
  O, lüge nicht!
   
5 Gleichwie das Meer dem Mond entgegenschwillt,
  So fluthet meine Seele, froh und wild,
  Empor zu deinem holden Licht --
  O, lüge nicht! 
  SIVII. 
  J»Wollen Sie ihr nicht vorgestellt seyn?«
  Flüsterte mir die Herzoginn. --
  »Bey Leibe nicht, ich müßt' ein Held seyn,
  Ihr Anblick schon wirrt mir den Sinn.«
   
5 Das schöne Weib macht mich erbeben!
  Es ahnet mir, in ihrer Näh'
  Beginnt für mich ein neues Leben,
  Mit neuer Lust, mit neuem Weh.
 DHA, Bd. 2, S.