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| | | ( N o v e m b e r 1830.) |
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| 5 | | Ich weiß nicht welche sonderbare Pietät mich davon abhielt, einige |
| | | Ausdrücke, die mir bey späterer Durchsicht der vorstehenden Blätter |
| | | etwas allzuherbe erschienen, im mindesten zu ändern. Das Manu- |
| | | skript war schon so gelb verblichen, wie ein Todter, und ich hatte |
| | | Scheu es zu verstümmeln. Alles verjährt Geschriebene hat solch |
| 10 | | inwohnendes Recht der Unverletzlichkeit, und gar diese Blätter, die |
| | | gewissermaßen einer dunkeln Vergangenheit angehören. Denn sie |
| | | sind fast ein Jahr vor der dritten bourbonischen Hedschira geschrie- |
| | | ben, zu einer Zeit, die weit herber war als der herbste Ausdruck, zu |
| | | einer Zeit, wo es den Anschein gewann, als könnte der Sieg der Frey- |
| 15 | | heit noch um ein Jahrhundert verzögert werden. Es war wenigstens |
| | | bedenklich, wenn man sah, wie unsere Ritter so sichere Gesichter |
| | | bekamen, wie sie die verblaßten Wappen wieder frischbunt anstrei- |
| | | chen ließen, wie sie mit Schild und Speer zu München und Potsdam |
| | | turnierten, wie sie so stolz auf ihren hohen Rossen saßen, als woll- |
| 20 | | ten sie nach Quedlinburg reiten, um sich neu auflegen zu lassen bey |
| | | Gottfried Bassen. Noch unerträglicher waren die triumphirend tücki- |
| | | schen Aeugelein unserer Pfäffelein, die ihre langen Ohren so schlau |
| | | unter der Kaputze zu verbergen wußten, daß wir die verderblichsten |
| | | Kniffe erwarteten. Man konnte gar nicht vorher wissen, daß die |
| 25 | | edlen Ritter ihre Pfeile so kläglich verschießen würden, und meistens |
| | | anonym, oder wenigstens im Davonjagen, mit abgewendetem |
| | | Gesichte, wie fliehende Baschkiren. Eben so wenig konnte man vor- |
| | | her wissen, daß die Schlangenlist unserer Pfäffelein so zu Schanden |
| | | werde - ach! es ist fast Mitleiden erregend, wenn man sieht, wie |
| 30 | | schlecht sie ihr bestes Gift zu brauchen wissen, da sie uns, aus |
| | | Wuth, in großen Stücken den Arsenik an den Kopf werfen, statt ihn |
| | | lothweis und liebevoll in unsere Suppen zu schütten, wenn man |
| | | sieht, wie sie aus der alten Kinderwäsche die verjährten Windeln |
| | | ihrer Feinde hervorkramen, um Unrath zu erschnüffeln, wie sie sogar |
| 35 | | die Väter ihrer Feinde aus dem Grabe hervorwühlen, um nachzuse- |
| | | hen, ob sie etwa beschnitten waren - O der Thoren! die da meinen |
| | | entdeckt zu haben, der Löwe gehöre eigentlich zum Katzenge- |
| | | schlecht, und die mit dieser naturgeschichtlichen Entdeckung noch |
| | | so lang herumzischen werden, bis die große Katze das ex ungue |
| 40 | | leonem an ihrem eignen Fleische bewährt! O der obscuren Wichte, |