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| | | chen vergnügt schwatzend - aber es kam kein Thee. Es war sechs, es wurde |
| | | halb sieben, die Abendschatten ringelten sich wie schwarze Schlangen um |
| | | die Füße Jder Berge, die Wälder dufteten immer sehnsüchtiger, die Vögel |
| | | zwitscherten immer dringender - aber es kam kein Thee. Die Sonnenstralen |
| 5 | | beleuchteten nur noch die Häupter der Berge, und ich machte die Damen |
| | | darauf aufmerksam, daß die Sonne nur zögernd scheide, und sichtbar |
| | | ungern die Gesellschaft ihrer Mitsonnen verlasse. Das war gut gesagt - aber |
| | | der Thee kam nicht. Endlich, endlich, mit seufzendem Gesichte, kam mein |
| | | Hauswirth, und frug: ob wir nicht Sorbett statt des Thees genießen wollten? |
| 10 | | Thee! Thee! riefen wir alle einstimmig. Und zwar denselben - setzte ich |
| | | hinzu - den ich täglich trinke. »Von demselben, Excellenzen? Es ist nicht |
| | | möglich!« Weßhalb nicht möglich? rief ich verdrießlich. Immer verlegener |
| | | wurde mein Hauswirth, er stammelte, er stockte, nur nach langem Sträuben |
| | | kam er zu einem Geständniß - und es löste sich das schreckliche Räthsel. |
| 15 | | Mein Herr Hauswirth verstand nemlich die bekannte Kunst, den Thee- |
| | | topf, woraus schon getrunken worden, wieder mit ganz vorzüglich heißem |
| | | Wasser zu füllen, und der Thee, der mir so gut geschmeckt, und wovon ich |
| | | so viel geprahlt, war nichts anders, als der jedesmalige Aufguß von demsel- |
| | | ben Thee, den meine Hausgenossinn, Lady W o o l e n , aus Livorno kom- |
| 20 | | men ließ. |
| | | Die Berge rings um den Bädern von Lukka haben ein ganz außerordentli- |
| | | ches Echo, und wissen ein lautes Damengelächter gar vielfach zu wiederho- |
| | | len. |
| 25 | | |
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| | | <1.> Bagni |
| 30 | | |
| | | Vorstufe zu Kapitel I-II |
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| | | <2.> Capitel |
| 35 | | |
| | | Vorstufe zu Kapitel III: S. 90,1-91,12 |
| | | Danach folgt: |
| | | Wie alt halten Sie sie? |
| | | Ungefähr Elf und Zwanzig. |
| 40 | | Was will das sagen? Meinen Sie etwa Ein und dreyzig? |
| | | Gott bewahre! Es giebt gar keine Frau, die 30 Jahr alt wäre. Aus den zwan- |
| | | zigen gehts gleich in die vierzig; Auch habe ich noch keine Frau gefunden |
| | | die fünfzig Jahr alt war; aus den vierzigen gehts gleich in die sechzig. |